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Textauszüge ...

 

... »Es geht um August Hochmuth. Seinetwegen sind Sie doch hier? Nicht wegen Joanna.«

Statt einer Antwort zuckt Leo mit den Schultern.

»Ach, was frage ich.« Sie macht eine abwinkende Geste. »Warten Sie, ich schreibe Ihnen meine Telefonnummer auf.«

Umständlich reißt sie einen Fetzen Papier von einem Block ab, den sie aus ihrer Handtasche gepfriemelt hat. Mit krakeliger Handschrift notiert sie ihren Namen und die Telefonnummer darauf.

»Rufen Sie mich in den nächsten Tagen an. Dann erzähle ich Ihnen die ganze Geschichte. Sie können sich glücklich schätzen. So einen Glückstreffer landen Sie nicht jeden Tag.« Sie zwinkert ihm verschwörerisch zu. »Die Geschichte hat es in sich. Glauben Sie mir.« ...

 

Auszug aus Joanna im freien Fall 

 

 

... »Was für ein Gebäude!«, staunt sie.

»Ja, es steht derzeit leer. Darum durfte ich mich hier einrichten.«

Als er ein paar Schritte vorgeht und sie seine Rückenansicht zu sehen bekommt, trifft sie fast der Schlag. Unter seinem Malerkittel ist er tatsächlich nackt! Was ist das hier, denkt sie, eine Inszenierung?

Überaus selbstsicher und mit dem vollen Bewusstsein, dass sie ihn soeben von hinten gesehen hat, dreht er sich zu ihr um und sieht sie geradewegs an.

»Wunderbar … die Aussicht hier, oder?« ...             

 

Auszug aus Tagebuch der verlorenen Erinnerung

 

 

... Bald schon fährt er neben mir. Ein dunkelblauer Cadillac. Die Fensterscheibe senkt sich auf Knopfdruck. Die befürchtete bullige Visage zwängt sich durchs Fenster. Marcel, der Hausangestellte.

   Ich werfe ihm einen flüchtigen Seitenblick zu. Er ist der Typ Schläger oder Türsteher. Breites Gesicht, große Nase, dichte Augenbrauen, die mittig über der Nase zusammengewachsen sind. 

   »Einsteigen!«, ordert er im Befehlston. Meine Schweißproduktion läuft auf Hochtouren. Aus allen Poren meines Körpers quillt die blanke Angst. Daher ziehe ich es vor, seiner Aufforderung gleich nachzukommen ... 

 

Auszug aus Absturz überlebt!

 

 

... Mutig trat er zwei Schritte nach draußen. Dann aber besann er sich, torkelte zurück, ergriff die Dalmore-Flasche und ging wieder in den Patio. Mit etwas in der Hand fühlte er sich besser. Auch wenn es nur eine Flasche war.

Als er die Mitte des Patio erreicht hatte, war ihm auf einmal unbehaglich. In einer Ecke ragten Palmenhälse aus Kübeln. In der Dunkelheit konnte man sie glatt mit einer menschlichen Gestalt verwechseln. Das Gefühl nicht allein zu sein, wurde jetzt noch prägnanter. Da war jemand.

   Er tastete zum Lichtschalter, fand ihn auch gleich. Allerdings tat sich nichts, als er darauf drückte. Es blieb dunkel.

   Blisovic fröstelte. Das war kein gutes Zeichen. Möglich aber, dass nur eine Sicherung durchgebrannt war.

   Gefangen in seiner grenzenlosen Nervosität, torkelte er orientierungslos durch den Patio, fand die Tür nicht mehr, durch die er gekommen war. In jeder Ecke konnte er sitzen ... welche Ecke war es?

   Um ihn herum drehte sich alles. Dann erkannte er den Schatten. Schwammig. Mit einem Mal jedoch bedrohlich an Schärfe gewinnend ...

 

Auszug aus Wegkreuzung in den Anden

 

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© Kerstin Westerbeck

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