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Textauszüge ...

 

... »Es geht um August Hochmuth. Seinetwegen sind Sie doch hier? Nicht wegen Joanna.«

Statt einer Antwort zuckt Leo mit den Schultern.

»Ach, was frage ich.« Sie macht eine abwinkende Geste. »Warten Sie, ich schreibe Ihnen meine Telefonnummer auf.«

Umständlich reißt sie einen Fetzen Papier von einem Block ab, den sie aus ihrer Handtasche gepfriemelt hat. Mit krakeliger Handschrift notiert sie ihren Namen und die Telefonnummer darauf.

»Rufen Sie mich in den nächsten Tagen an. Dann erzähle ich Ihnen die ganze Geschichte. Sie können sich glücklich schätzen. So einen Glückstreffer landen Sie nicht jeden Tag.« Sie zwinkert ihm verschwörerisch zu. »Die Geschichte hat es in sich. Glauben Sie mir.« ...

 

Auszug aus Joanna im freien Fall 

 

 

... Ein Wassertropfen löst sich aus dem Duschkopf, schlägt irgendwo auf. Mit Verwunderung stellt sie fest, dass es kaum hörbar ist, als er aufschlägt. Es klingt dumpf und nicht wie das Aufschlagen von Wasser auf Emaille oder Kunststoff.

Benoîte begreift die Bedeutung. Er ist hier. Genau hier.

Mit einem Ruck reißt sie den zugezogenen Duschvorhang auf.

Erstarrt vor Schreck, hält sie sich die Hand vor den Mund. Ihre Hände zittern. Ihr ganzer Körper bebt. Da liegt er. Ein tonloser, stumpfer Schrei würgt sich aus ihrer Kehle ...           

 

Auszug aus Tagebuch der verlorenen Erinnerung

 

 

... Sie reagiert nicht, starrt an mir vorbei. Ich entdecke den Ansatz von Panik in ihrem Blick.

 

Wie soll man sich auf einen Flugzeugabsturz vorbereiten; wenn es passiert, passiert es ohne Vorankündigung. Ohne Fallschirme oder Rettungsnetze, die im passenden Moment aufspringen und uns auffangen. Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit im Leben. Nicht hier oder sonst wo. Keine Garantie unversehrt ans Ziel zu kommen. Niemals. Wir hoffen immer, dass wir landen, ankommen – sind glücklich, wenn es so ist. Und wenn nicht -

Die herausspringenden Atemmasken sind nur ein kurzes Hinauszögern. Luft holen für den letzten Augenblick ..

 

Der Himmel ist schwarz, ein donnerndes Loch. Das Gewitter hat uns umzingelt. Noch in weiter Ferne erkenne ich Baumkronen. Dann geht es tatsächlich rasend schnell, und dabei gleichzeitig wie in Zeitlupe. Ich sehe eine leere Flasche über den Gang rollen. Ein Buch fliegt knapp an meiner Stirn vorbei, es schwebt. Ich spüre Druck auf den Ohren. Elena Arevalo eilt … Oder sehe ich einen Geist? Eine Frau vor mir schaut sich erschrocken um, drückt sich gleichzeitig die Finger in die Ohren. Zeitlupe. Stimmen, die zu einem einzigen, schrillen Schrei werden ... 

 

Auszug aus Absturz überlebt!

 

 

... In einer Ecke ragten Palmenhälse aus Kübeln. In der Dunkelheit konnte man sie leicht mit einer menschlichen Gestalt verwechseln. Das Gefühl nicht allein zu sein, wurde jetzt noch prägnanter. Da war jemand.

   Er tastete zum Lichtschalter, fand ihn auch gleich. Allerdings tat sich nichts, als er darauf drückte. Es blieb dunkel.

   Blisovic fröstelte. Das war kein gutes Zeichen. Möglich aber, dass nur eine Sicherung durchgebrannt war.

   Gefangen in seiner grenzenlosen Nervosität, torkelte er orientierungslos durch den Patio, fand die Tür nicht mehr, durch die er gekommen war. In jeder Ecke konnte er sitzen ... welche Ecke war es?

   Um ihn herum drehte sich alles. Dann erkannte er den Schatten. Schwammig. Mit einem Mal jedoch bedrohlich an Schärfe gewinnend ...

 

Auszug aus Wegkreuzung in den Anden

 

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© Kerstin Westerbeck

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